Das vergangene Probeweekend war wieder einmal ein Erlebnis der besonderen Art: musikalisch intensiv, kulinarisch vielfältig und menschlich absolut charmant – mit einem Hauch von unfreiwilliger Comedy. Die Vorfreude war spürbar, die Instrumente glänzten – und in der Luft lag bereits der unverkennbare Duft von Abenteuer… und von gleich mehreren Duftbäumen, die offenbar beschlossen hatten, ihren Beitrag zur Raumluftgestaltung beizusteuern. Man hätte meinen können, wir probten in einer Mischung aus Konzertraum und Neuwagen.
Die Proben verliefen so engagiert, dass man zeitweise das Gefühl hatte, selbst die Stühle würden irgendwann anfangen mitzudirigieren. Zwischendurch gab es allerdings Momente, in denen einzelne Töne hartnäckiger Widerstand leisteten als ein Teller Rosenkohl, den niemand bestellt hat, der aber trotzdem irgendwie auf dem Tisch steht. Aber die Wirkung war beeindruckend. Plötzlich spielten Menschen schneller, lauter oder überhaupt erst Töne, die vorher nie existiert hatten.
Zum Glück hatten wir unseren Meisterkoch dabei, der mit erstaunlicher Hingabe dafür sorgte, dass niemand hungrig proben musste. Die Mahlzeiten waren so gut, dass manche Teilnehmer ernsthaft darüber nachdachten, ob sie nicht lieber die Gabel statt das Instrumentes stimmen sollten.
Die Stimmung war durchgehend positiv – charmante Leute, motivierte Proben und genug Humor, um auch schwierige Passagen zu überstehen. Insgesamt also ein Wochenende, das beweist: Gute Musik, gutes Essen und ein bisschen Selbstironie ergeben eine wunderbar harmonische Mischung.